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Eine Dread-Disease-Police als Allheilmittel?
von Justitia am 13.08.2008 08:49
Als Apple-Chef Steve Jobs im Juni vor die Presse trat, machte er einen so schwachen Eindruck, dass die Journalisten schon während seines Vortrags über mögliche Erkrankungen zu spekulieren begannen. Der Kurs der Apple-Aktie rasselte in den Keller. Schließlich hatte Jobs erst vor einigen Jahren ein Krebsleiden überwunden.

Wenn eine wichtige Person im Unternehmen schwer erkrankt, kann das kostspielig werden. Immer mehr Firmen schließen deshalb, wie die Financial Times berichtet, für ihre Führungskräfte sogenannte Dread-Disease-Policen ab. Teils als Alternative zu einem Berufsunfähigkeitsschutz.

Bei Dread-Disease-Policen zahlt der Versicherer, wenn den Kunden eine der Krankheiten aus seinem Leistungskatalog erwischt. In der Regel sind 30 bis 40 schwere Erkrankungen wie Krebs, Herzinfarkt oder Multiple Sklerose abgedeckt. Die vereinbarte Summe - bei Privatpersonen meist zwischen 100.000 Euro und 200.000 Euro - erhält der Versicherungsnehmer als Einmalbetrag.

Das Geld soll finanziellen Spielraum schaffen, der Versicherte kann sich damit zum Beispiel eine bessere medizinische Behandlung leisten, als seine Krankenversicherung zahlen würde. Oder er nutzt das Geld, um sein persönliches Arbeitsumfeld so zu verändern, dass auf den ersten Herzinfarkt nicht gleich ein zweiter folgt.

Als Zielgruppe haben die Versicherungsgesellschaften nicht zuletzt Akademiker im Visier, die viel Zeit am Schreibtisch verbringen, etwa Rechtsanwälte oder Steuerberater.

Bei einer klassischen Absicherung über eine Berufsunfähigkeitspolice muss der Versicherte schon sehr schwer angeschlagen sein, bevor der Versicherer leistet. So belastet ein überstandener Herzinfarkt den Rechtsanwalt zwar, macht ihn aber nicht unbedingt berufsunfähig. Der Dread-Disease-Versicherer muss dagegen gleich nach der Diagnose der Krankheit zahlen.

Andererseits tritt der Dread-Disease-Versicherer mehr oder minder ausschließlich bei worst-case-Szenarien wie Krebs oder Herzinfarkt ein, die aber bei Berufsunfähigkeit nur eine untergeordnete Rolle spielen. Tatsächlich sind es oft Erkrankungen der Wirbelsäule und psychische Probleme, die zum Verlust der Arbeitskraft führen.

Naja, die beste Wahl ist es wahrscheinlich doch, ab morgen statt den Lift die Treppe zu nehmen . . .

  
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Kommentare:
# 1 OUCzNzaNspRdF am 08.03.2010 19:10
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