Heft 8, August 2017, Band 65

Rosen-​Philipp, Monika

Die Finanzmärkte im ersten Halbjahr 2017

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Globale Aktienmärkte blicken in Summe auf das beste erste Halbjahr seit 2009 zurück. Dabei befindet sich knapp die Hälfte der weltweit Top 30 Aktienindizes auf oder nahe ihrem Höchststand. Auch auf Quartalssicht fällt das Ergebnis erfreulich aus, auch wenn die meisten Börsen im zweiten Quartal nicht mehr an die Erfolge des ersten Vierteljahres anschließen konnten. Die in Summe positive Entwicklung steht allerdings im Kontrast zu den weiterhin bestehenden Unsicherheitsquellen, wie der zum Teil hohen Bewertung, dem bereits fortgeschrittenen Alter der Börsenhausse, dem Brexit-Fortgang oder den von Washington ausgehenden politischen Unsicherheiten. Viele Marktbeobachter befürchten ja schon länger, dass eine mehr oder minder ausgeprägte Korrektur die Rallye beenden könnte. In diesem Zusammenhang wird auch immer wieder die sehr geringe Volatilität genannt. Der US Volatilitäts-Index befand sich per Ende Juni rund 40% unter seinem historischen Schnitt, was schon ein Indiz für etwas zu viel Optimismus sein könnte.

Renditen von Anleihen der Kernländer wiesen über weite Strecken des zweiten Quartals eine rückläufige Tendenz auf, nachdem sich der seit Sommer 2016 akzentuierende Preisauftrieb auf beiden Seiten des Atlantiks wieder abschwächte und politische Unsicherheiten die Nachfrage nach Staatsanleihen befeuerten. Parallel dazu setzte der Euro zu einem Höhenflug an, welcher EUR-USD zeitweise auf über 1,14 ansteigen ließ, nachdem wichtige Zentralbanken zuletzt mit einer restriktiveren Rhetorik aufhorchen ließen. Immerhin stehen die Währungshüter vor dem schwierigen Balanceakt zwischen sich verstärkendem Wirtschaftswachstum und gleichzeitig schwachem Preisdruck. Für die EZB geht es darum, die Märkte behutsam auf den Ausstieg aus der ultra-lockeren Geldpolitik vorzubereiten, während für die US Fed neben Zinserhöhungen (heuer schon zweimal) auch die Frage des Bilanzabbaus im Mittelpunkt steht.

Der Ölpreis beendete das zweite Quartal mit einem Preisabschlag von 9%, in der Spitze hatte er sogar mit einem Rückgang von über 20% zu kämpfen. Diese Entwicklung steht damit in starkem Kontrast zum Jahresbeginn, als sich Marktteilnehmer noch hoffnungsvoll über die von OPEC- und Nicht-OPEC-Ländern vereinbarte Produktionskürzung zeigten, und sich der Ölpreis infolgedessen um ein Niveau von 55 Dollar je Fass stabilisierte. Doch die Schieferölproduktion in den USA hat sich seit ihrem Tiefpunkt Anfang 2016 wieder fast verdoppelt, eine Entwicklung, mit der die wenigsten gerechnet hatten.

Der Verlauf des Goldpreises im zweiten Quartal gleicht einer Bergund Talfahrt. Der Abschluss des Vierteljahres fiel dann aber mit einem Abschlag von minus 0,60% verhältnismäßig unspektakulär aus. Mit minus 1,9% stellt der Juni den ersten negativen Monatsabschluss seit Dezember dar, und beendet damit gleichzeitig die längste Gewinnstrecke seit 2010. Seit Jahresbeginn bleibt für den Goldpreis dennoch ein Plus von 7,7%, allerdings nur in Dollar.

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