Heft 2, Februar 2019, Band 67

Rosen-​Philipp, Monika

Die Finanzmärkte im zweiten Halbjahr 2018

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Die Aktienmärkte glichen im Jahr 2018 geradezu einer Hochschaubahn. Nach einem überaus starken Start ins Jahr folgten im Februar teilweise deutliche Rückgänge, die insbesondere auf die über-gekaufte Lage, aber auch die vermehrt aufkeimenden Sorgen um den Handelskonflikt zwischen den USA und China zurückzuführen waren. Darüber hinaus sorgten zunehmend steigende Zinsen in den USA und eine kontinuierlich abflachende Zinskurve für Bedenken. Gegen Ende des Jahres begannen all die genannten Themen die Stimmung im Markt immer mehr zu belasten. Insbesondere im Dezember verloren die Aktienmärkte weltweit im zweistelligen Prozentbereich. Auch der große Performance-Abstand zwischen der Wall Street und den übrigen Weltbörsen, der im Vorjahr wohl das größte Überraschungsmoment dargestellt hat, begann sich gegen Jahresende etwas abzubauen. Gleichzeitig hat die Korrektur des Jahres 2018 die Bewertungen an praktisch allen Weltbörsen nach unten gedrückt und damit wieder für attraktivere Kurse gesorgt. Niederschlag fanden die Kursrückgänge im 4. Quartal auch bei den Börsengängen, die gegen Jahresende deutlich weniger wurden. Dennoch ist die Bilanz für das Gesamtjahr 2018 positiv, weltweit gingen im Vorjahr knapp 20% mehr Unternehmen an die Börse als 2017.

Die Renditen der Kernländer bewegten sich 2018 wiederum in einer relativ engen Bandbreite. Die 10-jährige deutsche Bundesanleihe handelte zwischen 0,23% und 0,77%. Der Renditeabstand zwischen 2- und 10-jährigen Laufzeiten reduzierte sich von 130 Basispunkten im Februar auf zuletzt 85 Basispunkte. Diese Kurvenverflachung reflektiert die Sicht der Anleger, dass mittelfristig mit keinen nennenswerten Zinserhöhungen zu rechnen ist. Die Renditeentwicklung im vergangenen Jahr wurde sehr stark von den

Unsicherheiten an den Börsen sowie den sich einbremsenden Wachstumsraten und damit verbundenen veränderten Inflationsund Zinsanhebungserwartungen geprägt. Aus fundamentaler Sicht würde weiterhin einiges für höhere Renditen sprechen. Besonders hervorzuheben sind hierbei die globalen Wachstumsaussichten, der gute Arbeitsmarkt, die Beendigung des Anleihekaufprogramms der EZB und der Zinsanhebungszyklus in den USA. Während nämlich die EZB 2018 wie erwartet keine Zinsanhebung durchführte, straffte die US-Notenbank die Zinszügel im Vorjahr viermal und betonte gleichzeitig, auch die Bilanzverkürzung weiter fortsetzen zu wollen. Diese Aussagen sorgten gerade zu Jahresende für hohe Ausschläge an den Börsen.

An den Rohstoffmärkten gab es ähnlich hohe Abschläge wie bei den Aktien, worin sich auch die zunehmenden Konjunktursorgen der Anleger widerspiegeln. Besonders unter Druck gerieten der Ölpreis und Industriemetalle, während Gold gerade gegen Jahresende von der steigenden Risikoaversion profitieren konnte. Einen deutlichen Ausreißer nach oben stellte im abgelaufenen Jahr Kakao dar, dessen Preis um 28% anstieg, nachdem Trockenheit für Ernteausfälle sorgte.

Der Euro hat im Jahr 2018 gegen die anderen großen Weltwährungen (Dollar, Schweizer Franken und Yen) an Wert verloren, und zwar um rund 3 bis 7%. Im Jahresverlauf gerieten vor allem die Währungen der Schwellenländer deutlich unter die Räder, ein Trend, der sich im 4. Quartal allerdings deutlich beruhigte bzw. sogar ins Gegenteil verkehrte. Über das Gesamtjahr 2018 gesehen haben die Währungen der Emerging Markets trotzdem um rund 6% gegenüber dem Euro abgewertet.

  • Rosen-Philipp, Monika
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