Heft 2, Februar 2016, Band 64

Rosen-​Philipp, Monika

Die Finanzmärkte im vierten Quartal 2015

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Die Finanzmärkte haben 2015 mit einer sehr heterogenen Entwicklung abgeschlossen, wohingegen Rohstoffe und Schwellenmärkte deutliche Einbußen hinnehmen mussten. Insgesamt gab es im Vorjahr nur wenige sichere Häfen für die Anleger. Die Börsen in Japan und Westeuropa verbuchten gute Zuwächse, unterstützt durch die expansive Geldpolitik der jeweiligen Notenbank. An der Wall Street brachte das Jahr eine - wenn auch nur leicht - negative Entwicklung, die für den europäischen Anleger aber durch den Anstieg im Dollar mehr als ausgeglichen wurde. Jahresverlierer waren die Schwellenbörsen, belastet durch nachlassendes Wachstum oder durch den Einbruch der Rohstoffe. Bei den Börsengängen konnte 2015 nicht nachhaltig überzeugen, es gab sowohl in der Anzahl als auch beim Volumen einen Rückgang gegenüber 2014. Im Gegensatz dazu gab es bei Übernahmen und Fusionen (M&A) einen neuen Rekord. Während also die Volatilität an den Märkten bei Börsenneulingen offenbar für Belastungen sorgte, konnte sie den Fusionen weniger anhaben. Möglicherweise wollten viele Unternehmen auch die Zeit nutzen, bevor die US Notenbank mit den Zinsanhebungen begann (was dann im Dezember der Fall war).

Auch an den Rentenmärkten war das Jahr von hohen Schwankungen geprägt. Schwache Inflationsdaten in der Eurozone in Höhe von -0,1% veranlassten EZB Chef Draghi, bei der Sitzung Anfang Oktober über eine Ausweitung der Anleihenkäufe nachzudenken. Die amerikanische Notenbank machte im Dezember dann Nägel mit Köpfen: sie erhöhte erstmals seit neun Jahren wieder die Zinsen. Die Dezember-Sitzung der EZB brachte hingegen eine Enttäuschung für den Markt: der Einlagenzinssatz wurde nur um 10 Basispunkte gesenkt. Die EZB verlängerte zwar die Anleihenkäufe um ein halbes Jahr bis März 2017, jedoch wurde die Summe der monatlichen Käufe nicht erhöht.

Eine der prägenden Entwicklungen des abgelaufenen Jahres war der massive Verfall der Rohstoffpreise. Er war einerseits durch die sich abkühlende Konjunktur in China bedingt, andererseits durch den starken Dollar. Außerdem gab es gerade bei Rohöl einen deutlichen Angebotsüberhang. Der Absturz im Ölpreis belastete nicht nur Energieaktien, sondern auch das Hochzinssegment der Unternehmensanleihen, wo der Ölsektor besonders stark vertreten ist. In den USA mussten einige High-Yield-Fonds sogar geschlossen werden, da viele Investoren gleichzeitig Fondsanteile verkauften und die Liquidität in den Fonds nicht im entsprechenden Ausmaß zur Verfügung stand. Bei den Währungen konnte vor allem der Dollar überzeugen, er legte rund 10% gegen den Euro zu und bescherte europäischen Anlegern bei internationalen Investments damit ein ansprechendes Ergebnis. Die Turbulenzen rund um den chinesischen Yuan sorgten schon im August für Unruhe an den Märkten, der Trend setzte sich in der ersten Handelswoche des neuen Jahres leider fort.

  • Rosen-Philipp, Monika
  • Währungen
  • Aktienmärkte
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