Heft 2, Februar 2018, Band 66

Rosen-​Philipp, Monika

Die Finanzmärkte im zweiten Halbjahr 2017

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Das Jahr 2017 wird zweifellos als ausgezeichnetes Aktienjahr in die Geschichte eingehen, aber man sollte nicht übersehen, dass es auch am Rentenmarkt einige erstaunliche Bewegungen gegeben hat. Obwohl die US Notenbank ihre Straffung der Geldpolitik fortgesetzt und im Jahresverlauf die Zinsen dreimal angehoben hat, beendete die Rendite auf 10-jährige US Staatsanleihen das Jahr kaum verändert, bzw. sogar leicht tiefer (von 2,43% zu Jahresbeginn auf 2,409% zum 31.12.). Bei den 10-jährigen deutschen Renditen gab es voriges Jahr schon mehr Bewegung, sie kletterten von 0,2% zu Jahresbeginn auf einen Jahresendstand von 0,426%. Dazwischen lag einiges an Volatilität, in Summe kann man aber festhalten, dass die Phase der negativen 10-jährigen Renditen in Deutschland wohl fürs erste vorbei ist. Die EZB ist zwar von einer ersten Zinsanhebung noch relativ weit entfernt, hat aber angekündigt, das Volumen der monatlichen Anleihenkäufe per 1.1.2018 von zuvor 60 auf 30 Mrd. EUR zu drosseln.

Ein außergewöhnliches Jahr gab es auch an den Devisenmärkten, der Euro wertete um 14% zum Dollar auf. Die US Währung beendete 2017 bei Kursen jenseits der 1,20 und verbuchte damit das schwächste Jahr seit 2003.

Sowohl der Öl- als auch der Goldpreis verbuchten 2017 eine sehr positive Entwicklung. Brent legte über das Jahr gesehen um 17% zu, die US Sorte WTI um 12,5%. Der Goldpreis stieg 2017 ebenfalls um 13,68% und erlebte damit den stärksten Anstieg seit 2010.

Die Bilanz der Börsenjahres 2017 darf ohne Übertreibung als ausgezeichnet bezeichnet werden. In den USA legte der Dow Jones um 25,5% zu, die Nasdaq um 28,2% und der S&P 500 immerhin noch um 19,4%. Diese Angaben beziehen sich allerdings auf die Performance in Dollar, für den europäischen Anleger fällt die Bilanz weniger positiv aus, da der schwache Dollar knapp 15% „gekostet“ hat. Bester Sektor im abgelaufenen Jahr war die Technologie, die fast um 37% vorrückte.

Auch die europäischen Börsen können eine sehr gute Jahresbilanz aufweisen, in Summe war es das beste Börsenjahr seit 2013. Der breite STOXX Index beendete das Jahr mit einem Plus von 7,7%, der Dax in Frankfurt schaffte sogar einen Anstieg von 12,5%, wenngleich er die Marke von 13.000 Punkten zum Ultimo nicht ganz halten konnte.

In starker Verfassung zeigten sich die asiatischen Börsen, der Nikkei in Tokio rückte um 19% vor (alle Angaben in Heimatwährung), während der Hang Seng in Hongkong um satte 35% zulegte. Der MSCI Emerging Markets Index, der alle Schwellenbörsen umfasst, verbuchte einen Anstieg von 27%. Bemerkenswert ist auch die Tatsache, dass sich die politischen Themen, von Trump bis Nordkorea, kaum auf die Börsenentwicklung auswirkten. Auch die Volatilität ist im Jahresverlauf auf neue Tiefstände gefallen, was manche als zu große Sorglosigkeit seitens der Marktteilnehmer interpretieren.

Auch wenn es absolut keine Anlageklasse im herkömmlichen Sinn ist, so darf im Jahresrückblick der Hinweis auf die Kryptowährung Bitcoin nicht fehlen. Nachdem im Dezember zwei US Derivativbörsen den Handel mit Futures auf Bitcoin aufnahmen, schossen die Kurse nochmals nach oben, bevor unmittelbar vor dem Jahreswechsel eine Konsolidierung einsetzte. In Summe bleibt bei Bitcoin für 2017 ein Anstieg von über 1.000% stehen, Volatilität und Risiko sind dabei enorm hoch, für Privatanleger wohl zu hoch.

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