wirtschaftsrechtliche blätter

Heft 2, Februar 2016, Band 30

Entziehung der Gewerbeberechtigung

eJournal-Artikel
  • Originalsprache: Deutsch
  • WBLBand 30
  • Rechtsprechung, 259 Wörter
  • Seiten 120-120

30,00 €

inkl MwSt
Sofortiger PDF-Download

Die in § 91 Abs 2 GewO 1994 geregelte Entziehung der Gewerbeberechtigung stellt eine Sanktion für die Nichtentfernung der Person, der ein maßgebender Einfluss auf den Betrieb der Geschäfte zusteht, dar; Änderungen im maßgebenden Sachverhalt nach Ablauf der dem Gewerbetreibenden gesetzten behördlichen Frist sind unbeachtlich. Die Aufforderung nach § 91 Abs 2 GewO 1994 hat der Gewerbeentziehung nach dieser Gesetzesstelle voranzugehen und stellt insofern eine Voraussetzung für diese dar. Diese Aufforderung ist mangels eines rechtserzeugenden oder rechtsfeststellenden Inhalts kein Bescheid. Dem Rechtsschutzbedürfnis dessen, dem bei nicht fristgerechter Befolgung der Aufforderung die Gewerbeberechtigung entzogen wird, ist jedoch Rechnung getragen, wenn er die Rechtmäßigkeit der Aufforderung, also auch die dafür bestimmenden Gründe, im sodann folgenden Entziehungsverfahren geltend machen sowie den (allenfalls) ergangenen Entziehungsbescheid (auch) aus diesen Gründen im Rechtsmittelweg bekämpfen kann. Aus dem akzessorischen Charakter einer Entziehung nach § 91 Abs 2 GewO 1994 folgt aber auch, dass diese nicht auf einen Entziehungstatbestand gegründet werden darf, der nicht Gegenstand der vorausgegangenen Aufforderung war.

Durch die Aufforderung nach § 91 Abs 2 GewO 1994 wird die Sache des Entziehungsverfahrens festgelegt, welche auch die in dieser Aufforderung angeführten für die Entfernung der genannten natürlichen Person bestimmenden Gründe umfasst. Es steht dem Verwaltungsgericht daher nicht zu, nach der Aufforderung gemäß § 91 Abs 2 GewO 1994 die Gründe, aus denen die Entfernung einer Person mit maßgebendem Einfluss für erforderlich erachtet wurde, auszutauschen. Dies würde nämlich, weil nur die im Entziehungsbescheid genannten Gründe überprüfbar sind, dazu führen, dass die nicht gesondert anfechtbare Aufforderung und vor allem die dafür bestimmend gewesenen Gründe keiner rechtlichen Kontrolle unterlägen, was dem Rechtsschutzbedürfnis des Gewerbetreibenden zuwider liefe.

  • VwGH, 11.11.2015, Ra 2015/04/0063
  • Allgemeines Wirtschaftsrecht
  • WBl-Slg 2016/39
  • § 91 Abs 2 GewO

Weitere Artikel aus diesem Heft

WBL
Wer darf wann welche Lücke füllen?
Band 30, Ausgabe 2, Februar 2016
eJournal-Artikel

30,00 €

WBL
Europarecht: Das Neueste auf einen Blick
Band 30, Ausgabe 2, Februar 2016
eJournal-Artikel

30,00 €

WBL
Kartellrecht: Marktmachtmissbrauch durch Rabattsystem
Band 30, Ausgabe 2, Februar 2016
eJournal-Artikel

30,00 €

30,00 €

WBL
Rosafarbenes Haarband für Buslenker erlaubt
Band 30, Ausgabe 2, Februar 2016
eJournal-Artikel

30,00 €

WBL
Kollektivvertragliches Schriftformgebot für Kündigungen
Band 30, Ausgabe 2, Februar 2016
eJournal-Artikel

30,00 €

WBL
Konsequenzen einer unzulässigen Betriebsvereinbarung
Band 30, Ausgabe 2, Februar 2016
eJournal-Artikel

30,00 €

WBL
Konkurrenzklausel – Mäßigungskriterien einer Vertragsstrafe
Band 30, Ausgabe 2, Februar 2016
eJournal-Artikel

30,00 €

WBL
Zur Haftung von Organmitgliedern
Band 30, Ausgabe 2, Februar 2016
eJournal-Artikel

30,00 €

WBL
Zu Mängeln bei der Einberufung der Generalversammlung
Band 30, Ausgabe 2, Februar 2016
eJournal-Artikel

30,00 €

WBL
Zur Abberufung von Mitgliedern des Stiftungsvorstands
Band 30, Ausgabe 2, Februar 2016
eJournal-Artikel

30,00 €

WBL
Zur Zeichnung neuer Aktien
Band 30, Ausgabe 2, Februar 2016
eJournal-Artikel

30,00 €

30,00 €

WBL
Anspruch auf Rückübereignung
Band 30, Ausgabe 2, Februar 2016
eJournal-Artikel

30,00 €

WBL
Entziehung der Gewerbeberechtigung
Band 30, Ausgabe 2, Februar 2016
eJournal-Artikel

30,00 €

WBL
Prognoseentscheidung und mündliche Verhandlung
Band 30, Ausgabe 2, Februar 2016
eJournal-Artikel

30,00 €